Steinhart

Im Zuge der Gebietsreform kam am 1.1.1976 der ehemals mittelfränkische Ort Steinhart zur Gemeinde Hainsfarth und damit zum Regierungsbezirk Schwaben. Die reiche Geschichte von Steinhart kann an dieser Stelle noch nicht dargestellt werden, zumal sie noch nicht ausreichend erforscht ist. Es soll hier jedoch ein kurzer Überblick über die Geschichte des Hainsfarther Ortsteils gegeben werden.

Im Jahr 1893 hatte Steinhart 61 Wohngebäude und 261 Einwohner. Im Jahr 2004 zählt man in Steinhart (mit Ziegelhütte und die Hasenmühle) 69 Häuser und 188 Einwohner.

Kurze Ortsgeschichte

Im Zuge der Gebietsreform kam am 1.1.1976 der ehemals mittelfränkische Ort Steinhart zur Gemeinde Hainsfarth und damit zum Regierungsbezirk Schwaben. Die reiche Geschichte von Steinhart kann an dieser Stelle noch nicht dargestellt werden, zumal sie noch nicht ausreichend erforscht ist. Es soll hier jedoch ein kurzer Überblick über die Geschichte des Hainsfarther Ortsteils gegeben werden.

Dem Ortsnamen nach handelt es sich bei Steinhart um einen relativ jungen Rodungsort, der in einem steinigen, lichten Waldstück (Hart = mit lichtem Wald bestandene Gegend) angelegt worden ist. Die Ortsentstehung dürfte unter Karl dem Großen geschehen sein. Zwischen 790 und 800 siedelte dieser in Süd- und Mitteldeutschland Familien aus dem besiegten, jedoch immer wieder aufständischen Stamm der Sachsen an. So entstanden Orte wie Sachsenhausen oder Sachsen bei Ansbach. Auch in unserer Gegend dürften solche Sachsen angesiedelt worden sein. Dafür spricht der Name „Sachsenhart", der noch heute für das Waldstück bei Megesheim gebräuchlich ist. Die kleinen Dörfer und Weiler in und an diesem Waldstück dürften von sächsischen Siedlern gegründet worden sein. Bei den beiden Weilern Ober- und Unterappenberg gilt dies als ziemlich sicher. Aber auch die Orte Trendel und Steinhart (und auch Lerchenbühl und Mäuskreut) könnten auf die sächsische Zwangsumsiedlung zurückgehen.

In der Umgebung des Dorfes entstanden der Hungerhof (aufgelassen im 16. Jahrhundert), die Hasenmühle und wohl schon im Mittelalter die Ziegelhütte. Ab 1120 erscheint mit den Späten von Steinhart eine Edelfreien-Familie, die auch in den Nachbarorten Hainsfarth und Wornfeld Besitzungen erwarb. Der Sitz der Familie lag ursprünglich auf dem Hügel am Steinharter Judenfriedhof. Dieser Sitz wurde später verlassen, nachdem die Familie eine neue Burg (die heutige Burgruine) erbaut und bezogen hatte. Die Herrschaft (später die Späten von Steinhart-Faimingen genannt) erlosch durch Aussterben und Wegzug in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Grafen von Oettingen verkauften die Veste Steinhart 1359 an die Ritter von Gundelsheim. Die Gundelsheimer verlegten nun ihren Rittersitz von Munningen nach Steinhart und waren Lehensmänner der Grafen von Oettingen. 1508 verkaufte der inzwischen nach Unterschwaningen gezogene Hans von heim seine Güter in Hainsfarth, wodurch der besuz der Herrschaft Steinhart stark zurückging. 1614 verkaufte der stark verschuldete Georg Engelhardt von Gundelsheim sein Lehen um 2500 Gulden an seinen Schwager Heinrich von Stein. Zwei Jahre später gehörte Steinhart schließlich den Crailsheim zu Thann.

Von 1660—1675 war das Schloss Steinhart (mittlerweile war die Burg verlassen und das Rittergut ins Dorf verlegt worden) in Besitz des Freiherrn Johann Matthias von Händl. Dessen Tochter Anna Justina heiratete 1675 den katholischen Baron Veit Christoph von Rauber, der die Schlossherrschaft in Steinhart übernahm und erfolglos versuchte, die Gegenreformation einzuführen. 1717 kam die Schlossherrschaft Steinhart als Lehen an die Markgrafen von Ansbach. 1768 erwarb Freiherr von Crailsheim-Rügland die Herrschaft um 75.000 Gulden.

In Steinhart gab es eine bedeutende Judengemeinde, die neben einer Synagoge seit dem 16. Jahrhundert auch einen eigenen Friedhof hatte (In Hainsfarth gab es bis 1850 keinen eigenen Judenfriedhof !). 1846 lebten 204 Juden in Steinhart. Nach starkem Wegzug löste sich 1883 die Steinharter Judengemeinde auf.

Am Fest Peter und Paul 1323 errichtete Ritter Konrad Spät von Turnegg (früher Steinhart) in der Filialkirche St. Peter und Paul in Steinhart eine „Ewigpfründe" für einen Geistlichen. Er stattete die Kirche mit entsprechenden liturgischen Geräten aus, sorgte für Glocken, einen Platz für die Aufbewahrung des hl. Sakraments. Ferner vermachte er der Kirche Güter und Einkünfte und sorgte für Wohnung und Einkünfte des Geistlichen. Das Patronat über die Kirche sollte dem Kloster Auhausen zustehen. Dies alles sollte zwar ohne Beeinträchtigung der Rechte des Pfarrers von Hainsfarth geschehen, aber praktisch (und wohl auch rechtlich) war damit die neue Pfarrei Steinhart entstanden.

In der Reformation wurde Steinhart unter dem Einfluss der Markgrafen von Ansbach evangelisch. Die heutige Kirche wurde 1752/53 von David Steingruber neu erbaut. Zur evangelischen Pfarrei Steinhart gehören seit Jahrhunderten auch die Protestanten von Megesheim und Wornfeld.

Im 30-jährigen Krieg von 1618—1648 hatte Steinhart wie alle anderen Dörfer schwer zu leiden. Die Häuser wurden von den Soldaten geplündert und niedergebrannt und die Menschen vertrieben und ermordet. Bis auf wenige Familien war Steinhart am Ende des Krieges verlassen. Ab 1648 kamen aus Osterreich Glaubensflüchtlinge, die mit für einen Wiederanfang sorgten.

Wornfeld

Der Weiler Wornfeld war im Jahr 1267 im Besitz der Herrschaft Steinhart und gelangte später vollständig zum Deutschen Orden (Kommende Oettingen), in dessen Besitz sich Wornfeld bis zum Ende des Alten Reiches (1806) befand. Die Häuser in Wornfeld waren zur katholischen Pfarrei Hainsfarth gehörig, obwohl im 16. und 17. Jahrhundert und auch im 19. Jahrhundert Wornfelder Familien und Bewohner evangelisch waren. Diese gingen nach Steinhart in die Kirche.

Aumühle

Die Aumühle bei Hainsfarth (auch Untere Aumühle genannt) hat in der näheren Umgebung zwei Namensschwestern: Die Obere Aumühle bei Wassertrüdingen und die Aumühle zwischen Nördlingen und Löpsingen. Die Untere Aumühle soll in einer Urkunde 1160—1220 erstmals als „Ahemule" genannt werden. Eine weitere urkundliche Nennung erfolgte 1309. Die Mühle gehörte ehemals zur Herrschaft Gundelsheim und wurde 1508 an die Herrschaft Oettingen verkauft. Sie kam 1658 zum evangelischen Oberamt Oettingen.

Fürfällmühle

Die Fürfällmühle bestand in alter Zeit aus der Getreidemühle an der Wörnitz und aus einem Hof. Die Lage des Hofes ist nicht völlig klar. Er dürfte früher direkt beim Hefehof gelegen haben, da sich dort auch die Felder (ca. 30 Hektar) befanden. Später wurde dieser Hof („zweiter Hefehof") öde. Die Felder gelangten zur Fürfållmühle, wurden jedoch als eigener Hof geführt.

Die Fürfällmühle (Getreidemühle) wurde 1328 von den Spät von Steinhart-Faimingen nach einem Rechtsstreit dem Kloster Auhausen überlassen.

Der Hof dagegen gehörte dem Deutschen Orden und wird im ältesten Güterverzeichnis von 1346/47 folgendermaßen beschrieben:

„ Fürvelle: Der Hofe zu Fürvelle gilt driv pfunt heller, drizig kese oder fünf schill. heller vnd ze wihenachten ein schill. heller ze wisat, ze ostern hundert eyer vnd ze vasnaht ein hun.

Am 6.9.1369 verkaufte der Deutsche Orden (Kommende Oettingen) diesen Hof an das Kloster Auhausen.

Hefehof

Der Hefehof (früher „Höfen") gehörte zum Deutschen Orden in Oettingen und ist als dessen Besitz spätestens ab 1420 bezeugt. Die Anlage der Felder in drei Gewannen und die Größe der Hefehof-Flur (ca. 60 Hektar) spricht dafür, dass es sich hier früher um mehrere (zwei) Höfe gehandelt hat. In späterer Zeit ist der zweite Hof verschwunden. Die Felder dieses zweiten Gutes („hof zu Fürvelle") kamen zu der Fürfållmühle und gelangten 1269 vom Deutschen Orden an das Kloster Auhausen. Kirchlich gehörte der Hefehof immer zur Pfarrei Hainsfarth, wohin auch die Hälfte des Zehntes gehörte.

Bahnposten

Schrankenposten 8 der Bahnlinie Nördlingen – Gunzenhausen bei Hainsfarth um 1900. (Sammlung Florian Wieser, Oettingen)

Die beiden Bahnwärterhäuschen (ehemals Bahnposten 8 und 9) zwischen Oettingen und Hainsfarth wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, nachdem 1849 die Bahnstrecke Nördlingen - Gunzenhausen eröffnet worden war. Hier wohnten die Bahnwärter, die mit der Betätigung der Bahnschranke betraut waren. Die Bahnwärterhäuser waren durchnummeriert. Allerdings änderte sich die Zählung mehrfach, so dass nicht immer klar ist, welches Bahnwärterhaus gemeint ist.

Bahnposten 8 lag an der Straße zwischen Oettingen und Hainsfarth/Megesheim. Das alte Häuschen von 1863 wurde 1939 durch einen Neubau ersetzt. Im Jahr 1979 wurde es von der Bundesbahn verkauft.

Bahnposten 9 lag bei der Aumühle an der Kreuzung der Bahnlinie mit der Straße Oettingen/Gunzenhausen. Der Posten wurde später aufgelöst und das Haus abgerissen.

Kreuzhof

Dieser Aussiedlerhof wurde 1965—1967 von Konrad Großhauser und seiner Frau errichtet. 1978/79 wurde der Stall umgebaut. 1996 wurde mit der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte begonnen. Heute werden auf 50 Hektar Fläche Getreide, Erbsen angebaut und zum Großteil an die eigenen Tiere (Bullen, Schweine, Legehennen) verfüttert.