An der Stelle dieses alten Judenfriedhofes stand einst die Burg eines Adelsgeschlechts, das sich die “Späten von Steinhart” nannte. Deutlich erkennbar zieht sich noch der ehemalige Burggraben um den Friedhof herum. Die Burg wurde wohl im 12. Jahrhundert erbaut. In dieser Zeit traten die Späten von Steinhart, die dem Stand der Edelfreien angehörten in Eichstätter Urkunden auf. Im 13. Jahrhundert verlegten sie Ihren Sitz nach Faimingen an der Donau. Die Burg erwarben später die Grafen von Oettingen und gaben sie als Lehen an verschiedene Ritterfamilien aus.

Nach dem Verfall der Burg und Anlage einer neuen höhergelegenen Befestigung wurde das Gelände für einen Judenfriedhof freigegeben. In Steinhart bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde mit einer eigenen Synagoge. 1792 gab es im Ort 17 Judenhäuser. In hebräischer und deutscher Sprache stehen auf den Grabsteinen die Namen der Toten. Keine Blumen schmücken die Gräber, keine Hecken zieren die Grabhügel, das mutet fremd an.

Nach jüdischer Auffassung wird jeder Verstorbene auf eigenem Grund beigesetzt, weshalb die Friedhöfe nicht eingeebnet oder aufgehoben werden dürfen, da das Recht der Toten auf ihre Ruhestätten unaufhörlich besteht. Andererseits sollen sie auch Sinnbild der Vergänglichkeit alles Lebenden sein. Daher werden die schmucklosen Einzelgräber nicht gepflegt und eingesunkene Grab- hügel nicht neu eingerichtet. Im Lauf der Jahrhunderte überwucherte der Wald den Steinharter Judenfriedhof im Frühling blühen unter den Buchen Anemonen und Orchideen.

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